35.Tag: Von Obermarchtal nach Engen
Ja, ich bin tatsächlich wieder zu Hause in Engen. Nach einer wunderschönen Reise. Und einem sehr, sehr versöhnlichen Tag.
Gestern Abend, in der Klosterschenke, als ich mit den Störchen um die Wette geklappert habe (ich mit den Zähnen) und die Maultaschen zwischen Teller und Mund kalt geworden sind, war die Stimmung nicht besonders gut, gebe ich zu. Dieser kalte Wind, - seit Tagen und die Sonne kaum zu sehen.
Doch heute, an meinem letzten Tag auf dieser Reise sollte sich alles zum Guten wenden.
Warm ist es immer noch nicht, der kalte Gegenwind ist immer noch da. Aber heute scheint die Sonne wieder. Ich glaube, ich fahre zu 60% mit Sonnenenergie.
Nachdem ich beschlossen hatte, heute in Engen anzukommen, war noch die Frage wie. Je nach Route wären es 95 -110 km geworden. Das wollte ich mir als Schlussetappe nicht antun. Die Alternative: 50km, Obermarchtal - Sigmaringen, - mit dem Zug: Sigmaringen-Immendingen - und 12 km Immendingen- Engen. Das ist doch eine korrekte Tagesdistanz (einmal Schummeln ist auf jeder Reise erlaubt).
Der Morgen ist wirklich schön. Es fehlen zwar die Frösche, die Spechte, die Kirchenglocken, aber es macht richtig Spaß durch die Gegend zu radeln.
Kleinere oder größere Hindernisse eingeschlossen.
Was dem einen lästige nasse Flüsse bereitet, scheint für andere ein Jahrhundertsommer zu werden.
Und auch die junge Donau, den strengen Bergeltern entronnen, hüpft und springt wie ein junges Mädchen durch die Gegend.
Sigmaringen ist "im Rumgucken" erreicht. Eine Stunde früher als der Zug fährt, denn ich mir ausgesucht hatte.
Fahrrad und DB ist für mich immer Streß.
Eigentlich hatte es bis dahin wunderbar geklappt. Ich sitze in der Sonne und trinke einen Kaffee, da kommt eine Truppe älterer Herren angeradelt. 9 Herren, 9 Räder. 5 Tage geradelt mächtig stolz. Abschlussbier. Sei Ihnen gegönnt. Doch mir wird langsam schwummrig. So wie ich die Züge der Hohenzollerischen Landesbahn kenne, haben die 2 Bereiche für Fahrräder und 1 Bereich für Kinderwagen und Rollstühle, also maximal Platz für 12 Räder. Die 9 Herren und ich? Wenn schön Räder im Zug sind? Langsam werde ich nervös. Kurz vor Ankunft des Zuges kommen noch einmal 6 sportliche Herren!! Panik! Aber gleich darauf entwarnen, sie entschwinden in der Unterführung, sie hetzen zum Zug nach Ulm auf Bahnsteig 2.
Ich versuche mich möglichst weit von den 9 Herren mit den 9 Rädern weg zu platzieren. Ich gehe ganz nach vorn. Und es klappt. Im vordersten Abteil mir Radplätzen sind zwar schon 2 Räder und ein Kinderwagen, aber für mich und mein Rad ist noch Platz.
So richtig gut funktioniert das mit der Radmitnahme im Regionalverkehr nicht. Man muss zwar eine Fahrkarte für das Rad lösen. Da dies aber nur "Tagestickets" sind, kann die Bahn nicht feststellen, ob für einen bestimmten Zug zu einer bestimmten Zeit möglicherweise zu viele Räder erwartet werden.
Aber alles gut. Vom Zug aus kann ich beobachten, dass am 1.Donaudurchbruch die Hölle los ist. Hunderte von Radfahrern in beide Richtungen.
Und dann noch die Strecke von Immendingen nach Engen.
Nach Maribor eine harmlose Bergetappe.
"Gee, its good to be back home...."
Auf dem Geburtstagsfest von R. gab es lecker Sekt und Salate und Grillgut!! So fühlt sich heimkommen gut an.
Die Radtour ist vorbei. Ich habe die Satteltaschen ausgepackt, noch ganz im Modus, - "achte darauf, du deine Sachen hinlegst". Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis ich mich wieder an den stationären Modus gewöhnt habe!
Morgen werde ich noch in Ruhe Fazit ziehen.
Eines schon mal vorab. Was ich garantiert nicht vermissen werde, ist der Geruch von kaltem Frittenfett in den Kleidern - nach dem Besuch von "gemütlichen Landgasthöfen"!
Also noch einmal Guten Abend.
Gehabt´s Euch wohl.
Bis Morgen








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