2. Tag: von Toblach nach Lienz


die Karte

Was für ein Start in eine Radtour! Das war eine absolut spektakuläre Fahrt von Toblach nach Lienz. 


Morgens die große  Frage: was zieht man heute an? Der Schnee auf den Drei Zinnen ist noch immer da, viele Wolken, ein sehr kühler Wind...

aber dann entpuppte sich der Tag als angenehm, immer mal wieder recht kalt, in der Sonne sofort warm, und sehr viel Gegenwind. Aber das war egal, denn die Strecke ging immerzu bergab. Und die Landschaft war so wunderschön: Rechts von uns die Dolomiten, links der Hohe Tauern Naturpark mit beachtlichen Gipfeln. Und neben uns die wilde Drau, die sich schon recht schnell als veritabler Fluss zeigt. Mal mäandert sie im großen Kieselbett, mal ist sie schnell und hat Stromschnellen. Die Farbe ist dieses weißliche Blaugrün, ein richtiger Gletscherfluss. Wo sie genau entspringt haben wir nicht gesehen, irgendwo unterhalb der Drei Zinnen und immer wieder stürzt sich ein Bach hinzu oder ein kleines Flüsschen fließt aus einer Klamm.



Und der Radweg ist mal links, mal rechts, hier über eine Brücke, da mal kurz durch einen Wald, dann wieder durch ein kleines Dorf.

In der Gallitzenklamm- da ist ein Wassererlebnis- und Kletterpark, den haben wir aber ausgelassen-  haben wir den weltbesten Topfenstrudel  gegessen.




Und wir sind mit der Wirtin ins Gepräch gekommen. 2018 ist das Restaurant und ihr Wohnhaus in einem Murenabgang vollständig zerstört worden- im Restaurant gibt es dazu Fotos. Sie erzählte von dieser dramatischen Nacht, in der sie mit den Kindern und dem Hund geflohen ist, der Mann ist mit Helfern bis zum Schluß geblieben, sie haben die Schutzmauer und den Damm beobachtet  und sich erst im letzten Moment in Sicherheit gebracht. Keiner wurde verletzt und innerhalb eines halben Jahres und mit vielen Helfern haben sie alles wieder aufgebaut. Ein Kraftakt und sehr viele Kredite! Und auf meine Frage ob sie sich denn jetzt noch sicher fühlt, lacht sie nur. Das weiß man doch nie, in den Bergen kann alles passieren, vielleicht fällt uns morgen ein Fels aufs Dach, oder der Blitz schlägt ein. Und jetzt hat der Sohn hat die Wirtschaft  übernommen. Inshallah!


Jetzt darf der Manne noch was erzählen, von Kirchen und Burgen und Lienz:

Also gut:

600 Höhenmeter sind wir auf  50km runtergerast. Super-cool, um nicht zu sagen kalt. Wann hatte ich das letzte Mal die "Beinlinge", die Softshell und Handschuhe den ganzen Tag an? Ich kann mich nicht erinnern. Der Drauruad gehört in diesem Abschnitt zu den Luxusradwegen, astreine Ausschilderung, Topasphaltierung, keine  öffentlichen Straßen. So kann es weiter gehen. 


Einziges Minus:

Kein Winterdienst.

Innichen, San Candido, schnuckelige kleine Städtchen 




Die romanische Kirche  ist ein besonderes Schmuckstück:


Selten habe ich den "König" der Löwen so leiden sehen, unter seiner Säulenlast:


Un natürlich entlang des Weges jede Menge Burgen. Diese Täler waren internationale Handelswege, hier konnte man ordentlich "abschöpfen"


Die Burg HEINFELS (12.Jh) ist das Wahrzeichen des östlichen Pustertals. Irgendwo ist da noch ein Schatz zu finden,  der von zwei Hunden mit riesigen Augen bewacht wird. Burgen haben einen entscheidenden Nachteil, sie liegen auf Bergen, die man mit dem Fahrrad nicht wirklich "erklimmen" (komischen Wort: erklamm, erklomm,...) will. Aber von unten sind sie ja auch schön.

Auch Lienz hat eine schöne Burg, leider auch auf einem Berg und zu weit um sie heute noch zu "erklimmen":


Das ist übrigens nicht die Drau. In Lienz fließen Drau und Isel zusammen. 
Wir haben heute einige Zeit vor Tafeln verbracht, auf denen die verschiedenen Täler Osttirols und Kärntens abgebildet waren. Nicht einfach, nicht einfach. Aber so langsam haben kommt die   Orientierung.

Neben den Bergen und den Burgen ist das Essen in Kärnten natürlich genau so herausragend: Speckknödel, Spinatknödel, Kaspressknödel- wir haben sie heute Abend durchprobiert. Ich freue mich auf  die nächsten Tage in Kärnten.


 





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