30. Tag: Von Regensburg nach Vohberg
Als wir jüngst in Regensburg waren,
Sind wir über den Strudel gefahren;
Da war'n viele Holden,
Die mitfahren wollten.
Schwäbische, bayrische Dirndel, juchheirassa,
Muß der Schiffmann fahren.
Nichts mit juchheirassa, kein Fährmann weit und breit. Und auch sonst wieder mal ein Tag von der etwas ungemütlicheren Art.
Davon gleich mehr.
Zuerst muss ich noch mal "als wir jüngst.." durchsingen. Hä? Wie soll ich denn das verstehen?
Und ein Mädel von zwölf JahrenIst mit über den Strudel gefahren.Weil sie noch nicht lieben kunnt',Fuhr sie sicher über Strudels Grund.
Ok. Die "Liebe" ist gefährlich. Der Fährmann ist es anscheinend nicht,
Das Adlig Fräulein Kunigund sollte besser nicht übersetzen, denn sie hat den "Myrthenkranz" offensichtlich schon verloren, denn dann hat frau wohl ein Problem.
"Als sie auf die Mitt gekommen
Kam ein großer Nix geschwommen..."
und aus war´s mit dem Fräulein Kunigund.
Was will uns der "Volksmund" mit diesem Lied wohl sagen,- quasi aus "alten Tagen" zuraunen? Ich weiß es nicht und um heute länger drüber nachzudenken, war es viel zu kalt und überhaupt, ein Fährmann war heute weit und breit nicht zu finden. Und Fräuleins, adlig oder nicht, machten sich auch extrem rar.
Dann ging es wieder mal über die Ränder! Aber nicht schlimm, und bei den Temperaturen bin ich schon nicht ins Frieren gekommen.
Valentins Regel, "Wenn du die ersten 10 Minuten frierst, bist Du richtig angezogen", hat heute nur bedingt gestimmt. Bergauf ja, bergrunter, hätte ich die Beinlinge schon vertragen, aber dann ging es ja wieder bergauf (zum Glück, haha). Nur die Hände fühlten sich gelegentlich taub an.
Bei Bad Abbach, auf der Brücke, treffe ich zwei junge Radler. Sie wollen auch Richtung Kelheim, ihr Komoot meint, sie sollen über das Südufer, mein Komoot sagt, nimm das Nordufer.
Vor der Brücke hatte es so ausgesehen. Der Radweg abgesoffen und das Sträßchen? Wie lange noch trocken?
Da vertraue ich heute mal meinem Komoot.
Auf der anderen Seite, sah es stellenweise so aus:
Man beachte die rot-weiße Barke! Da stand das Wasser teilweise über einen Meter. Aber die Jungs von der Feuerwehr haben den Dreck schon super weggespritzt!
Dass die Passage durch den 2.Donaudurchbruch zur Weltenburg heute nicht möglich ist, habe ich mir schon gedacht. Diese Fahrt ist jedes Mal ein Highlight und die Weltenburg sowieso.
Da unten liegt Kelheim und weiter rechts die Befreiungshalle, und rechts davon kommt die Altmühl rein.
Dann halt mal eine neue Strecke, über Saal an der Donau, ins hügelige Gelände. Es fährt sich super. Und Abensberg ist ein wirkliche Überraschung.
Hier kommt das legendäre "Kuchlbauer" her. Hat mir gestern in Regensburg sehr geschmeckt. Das ist das Stammhaus. Die Tafel behauptet, dass hier seit dem 14. Jahrhundert Bier gebraut wird. Gesichert ist seit dem 15. Jahrhundert, was ja auch schon ganz schön lang ist.
Das nächste Mal übernachte ich hier.
Was mich richtig geärgert hat, ist, dass ich nirgendwo im Ort einen Hinweis darauf gefunden habe, dass die Kuchlbauers richtige Hundertwasser Fans sind. Erst als ich einen Hügel weiter zurückschaue, sehe ich ein leuchtend goldenes "Raumschiff"- gegen den grauen Himmel ein wunderschöner Anblick. Und jetzt im Hotel habe ich nachgeschaut, was ich verpasst habe. So ein Ärger aber auch.
Der Turm ist eine Hommage ans Bier, und das schiefe Kunsthaus von Hundertwassers Kollegen Pelikan ist eine Hommage an Hundertwasser. Ich traue mich nicht, die Bilder von der Kuchlbauer Homepage runterzuklauen. Der "Bierturm", vor allem die Skizze von Hundertwasser für den Turm ist sehr empfehlenswert:
https://www.abensberg.de/touristik/sehenswuerdigkeiten/kunsthaus
oder: https://kuchlbauer.de/bier-und-kunst/kuchlbauer-turm/
Die Bier-Kunst-Metropole Abensberg muss ich mir merken.
Tja, und von Abensberg eile ich, immer bemüht, nicht auszukühlen Vohburg an der Donau zu, der Radweg unten an der Donau ist weg, aber die kleinen Sträßchen etwas höher gelegen lassen, lassen sich gut fahren.
Vohburg, mein heutiges Ziel hat einiges mit Lichtenstein gemeinsam ("Wanderer, kommst Du nach Lichtenstein, tret´ nicht daneben, tret´ mitten rein") man muss höllisch aufpassen, dass man nicht ehe man es sich versieht, wieder rausgefahren ist.
Kurz bevor man draußen ist, auf der rechten Seite ist mein heutiger Gasthof.
Heute ist nicht so wahnsinnig viel passiert, und das kulturelle Highlight habe ich schlichtweg versemmelt.
Aber es steht ja noch die Auflösung des gestrigen Rätsels an:
Sowohl M.M. aus E. wie auch Herr S. aus E. haben den Pförtner Rydan, den irischen Mönch richtig erkannt. Er befindet sich innen am romanischen Tor der Schottenkirche und ist als Pförtner dargestellt, der den dicken Balken vor die Tür schiebt.
Das andere Rätsel hat selbst Herrn S. einiges Kopfzerbrechen bereitet, was mich sehr freut. Dass er die hohe Kunst des englischen Fluchens so perfekt beherrscht hat mich allerdings überrascht:
"Mucking brainteaser, indeed!
Crocodile swallowing the Hydrus, wrapped in the ball of clay, and hostile beasts, this may represent the Antichrist, depicted in the Schottenportal (Scots Portal) in the Schottenkloster (Scots Monastery) in Regensburg in Bavaria, Germany.
The Hydrus (also known as Enhydros, Enidros, Hildris, Hydra, Idra, Idres, Ydre, Ydris, and Ydrus) is a creature from Medieval bestiaries. They were said to be found in the Nile River. While in the Nile, a crocodile would roll the hydrus in the mud before eating the smaller creature. However, once inside the crocodile's stomach, the hydrus would burst free from the stomach lining. Another interpretation is that the hydrus would intentionally roll in the mud and seek out the crocodile while it slept with its mouth open. In medieval Christian tradition, this bursting free from the crocodile became an emblem of the resurrection of Christ bursting free from Hell.
So viel zum gestrigen Rätsel. Ich wünsche einen schönen Abend und eine geruhsame Nacht.
Schaut Morgen wieder vorbei!!
Bis dann,






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