21. Tag: Von Wien nach Traismauer
Nun muss ich also wieder alleine Radeln, ohne Friederike.
Das waren 3 superschöne Wochen, Friederike!!
Hoffentlich klappt die Rückreise dieses Mal weniger dramatisch, als die meisten anderen. Ihr werdet von Ihr erfahren, wie es lief. Und sicher wird sie auch berichten wollen, welch absolut fantastischen Ballettabend wir gestern in der Volksoper erlebt haben. Gänsehautmomente: "The Moon wears a white shirt". Die Geschichte muss sie selbst erzählen.
Aber nun zu meinem heutigen Tag.
Nachdem ich Friederike zum zentralen Busbahnhof begleitet habe (Richtung Bratislava), mache ich mich in entgegengesetzte Richtung auf den Weg. Mehr oder weniger komplett durch Wien. Nach wenigen Minuten ertappe ich mich dabei: "Hoffentlich sieht das Friederike nicht!"
Das "Donau-Badeschiff"! Jede Wette, wir hätten hier um 9:15 unsere erste Badepause eingelegt?!
Und direkt daneben habe ich das Motto für den Rest der Reise gefunden.
"Nächstes Sonnwendfeuer mechti mei Maskn verbrennen und allen Leit die Hand schitteln!"
So wird das gemacht! Jawoll!
Keine Ahnung ob das nur ein schöner Spruch ist, oder ob hier ein Theaterstück angekündigt wird.
Dank der Busbahnhofschleife komme ich noch einmal an der Hundertwasserquartier vorbei und seinem "Eingangstor" am Radweg.
Und dann natürlich etwas später die schönste Müllverbrennungsanlage der Welt ( ich glaube, da besteht kein Zweifel!)
Richtig, die Müllverbrennungsanlage Spittelau wurde auch von Hundertwasser entworfen, zumindest die Fassade und der Turm.
Schon in der Stadt hat man es gespürt, das würde heute kein pures Genussradeln werden. Die Donau herunter kommt ein gnadenloser heftiger, böiger Wind. Im Prinzip knallhart von vorn. Mal lässt er ein wenig nach, aber nur um einem kurz darauf um so heftiger ins Gesicht zu knallen.
Das Stift Klosterneuburg kann ich mir auf dieser Tour schenken, das habe ich mir schon auf der ersten Fahrt angeschaut.
Wenn das mal gut geht. Tut es natürlich nicht! Nur wenige Kilometer später:
Die Brücke ist komplett unter Wasser. Ein Rennradfahrer meinte, dass das Wasser bis zur Nabe reicht, er hat es versucht, durchzukommen und musste umdrehen. Nö, Wind und nasse Schuhe, das ist keine schöne Kombi. Dann halt die "Gartentorroute" noch ein bisschen weiter, aber bis Tulln sollte nichts mehr schiefgehen.
In Tulln habe ich schon auf der ersten Donauradtour übernachtet und mir Schieles Geburtshaus angeschaut.
Kurz habe ich überlegt, ob ich dieses Bild für die nächste Rätselfrage benutzen sollte,
Aber für Recherchefüchse wie Herrn S. aus E. wäre das viel zu leicht gewesen. Natürlich ist König Etzel der Krimhild bis Tulln entgegen gekommen. Das ist der Niebelungenabschnitt. Davon später mehr.
Und der Wind nimmt zu. Das kommt dem nahe, was wir in Göteborg nach Süden erlebt haben. Nur, dass der Wind von vorne kam und ich fast ausschließlich auf Radwegen unterwegs war. Aber in die Beine ging es doch.
Andere hatten heute Ihren großen Spaß.
Die Kitesurfer waren in Scharen zugange. Und spätestens beim Anblick dieses Herrn, hätte ich Friederike heute nicht daran hindern können, ebenfalls ins Wasser zu springen.
Wenn man sich den Wind weggedacht hat, war es gar nicht soooo kalt. Aber, ich wiederhole mich, der Wind war höchst unangenehm.
Und dann! Klar! Musste ja so kommen, wieder eine Brücke überflutet.
Rechts 30cm , links 20cm, das sollte machbar sein! War es auch. Die nächsten 3 Brücken waren dann etwas höher.
Mein heutiges Ziel habe ich gegen 15:30 erreicht. Traismauer.
Da kamen heute 82 km zusammen. Bei dem Wind gefühlte 102.
Traismauer ist ein verschlafenes Städtchen an der Trais. Es hat ziemlich genau 2 Sehenürdigkeiten. die eigentlich eine einzige ist.
Von dieser Seite kann man es gut erkennen. Diese beiden Türme sind alt.Sehr alt., zumindest was das Fundament betrifft. Sie waren schon die Osteingangstürme des Römerkastells Augustianis. Der Grundriss der Altstadt entspricht dem damaligen Kastell.
Und auf der anderen Seite. des Tores haben sie den Bezug zu den Niebelungen hergestellt.
Denn der Übergang über die Trais wird im Niebelungenlied erwähnt.
Krimhild soll in Traismauer übernachtet haben, ehe sie sich mit König Etzel in Tulln getroffen hat.















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