16.Tag: von Podersdorf nach Bratislava
Das hat es noch nie gegeben: ich hab ein paar Schritte zum See und verzichte auf das Morgenbad. Keine Lust auf Schlammatsch bis zu den Knöcheln und braunes Wasser bis zu den Knien.
Dann passiert was seltsames: ich hatte gestern geschrieben, dass es hier kaum Insekten gibt. Und heute morgen warten alle alle Kribelmücken und Schnaken neben unseren Fahrrädern und attakieren den armen Manne, als er die Räder aufschließt. "Ha! von wegen ausgerottet, wir sind noch da uns stechen wie in alten Zeiten,"
In Podersdorf ist heute früh alles voller Kinder: beim Kanuausleihen, beim Losradeln, beim Bogenschießen und bei verschiednen Ballspielen. Es sind Schulsportswochen, so lesen wir. Und der ganze Ort ist ein einziges Freizeit und Sportgelände. Nur Schwimmen wird nicht angeboten, haha.
Dem See entlang hat es viele Radler, aber keine mit Gepäck. Es sind uns überhaupt noch nicht viele Fernradler begegnet. Heute sind wieder die Vogelbeobachter da, Es geht um die Großtrappe und hier ist eines der wenigen Brutgebiete weltweit.
Wenn man viel Glück hat, dann kann man das Balzen beobachten: Das Männchen stülpt sich um und wird zum weißen Federball, dann darf er die Henne treten- ja so heißt das, sorry.
Wir begegnen einem älteren Ehepaar aus Bern (jawohl!), die etwa 20 Minuten brauchen, bis sie aus ihrem Auto ausgestiegen, sich ihr Vogelbeobachtungsoutfit angezogen und ihre Ausrüstung aufgebaut haben. Blöderweise spreche ich sie an und sie erzählen und erzählen und erzählen, im Berner Sprechtempo. Er meint, das mit dem Blazritual hört sich ja gut an, aber das ist Theorie, in der Praxis aber....Ich fliehe mit freundlichem "Viel Erfolg"
und dann erklettern wir auch so einen Beobachtungsturm und essen unsere Elf-Uhr-Banane, die heute eine Orange oder ein Apfel ist. Und keine Großtrappe weit und breit
Richtung slowakischer Grenze kommen wir durch einen enorm großen Windpark, und von der Donau her bläst uns auch ein kräftiger Wind entgegen.
Es gibt hier viele Radwege, die alle aber auf der gleichen Route verlaufen, man kann sich also nicht vertun: "Windradweg", "Verbindung Neusiedlersee-Donau", "Entdeckertour" und "Heideradweg" und auch der "Iron Curtain Trail" ist wieder da. Dem sind wir schon öfters begegnet, in Slowenien ist er quer durchs Land verlaufen, das haben wir dort nicht verstanden.
Und dann kommt die Grenze zur Slowakei, die keine mehr ist! Unser neunter "Grenz"-übertritt auf dieser Reise und das 6. Land (außer Deutschland).
Und wieder eine andere Sprache! Ich versuche es bei einem Radler, den wir bei einer Versperbank treffen (und den wir offensichtlich vertreiben- das tut uns leid, sorry!) mit "naswidanje" (Tschüß, auf slowenisch, auf kroatisch hat's auch geklappt), aber er schüttelt den Kopf, das ist russsich, hier "Zbohom".
Also gut: dann Zbohom und bis morgen!
Hallo, und ich?
Jetzt sind wir in der Slowakei. Dass man in Europa in 3 Wochen so mal 7 Länder auf die Schnelle abradeln kann, ist einfach genial. Bratislava habe ich schon auf der Donauradtour besucht. Aber die Burg und andere Sehenswürdigkeiten habe ich damals ausgelassen. Und vor allem, ich bin von der Donau her eingeradelt und heute kamen wir über die Plattenbau/Werkstätten, Gleisanlagenseite in die Stadt.
Und dann, mussten wir höchst kompliziert auf die "andere Seite", kommen, - die schöne Seite von Bratislava. Zum Glück fuhr eine Radfahrerin vor uns, sonst wären wir hilflos an der 4spurigen Schnellstraße gestanden. Ah, ein Aufzug für Radfahrer, hinauf auf die Brücke, dann über die Schnellstraße, dann runter über eine Radwegspirale- bei der wir dummerweise den Fussweg erwischt haben und angemotzt worden sind Dann sind wir unterhalb der großen Donabrücke. Dann noch einmal links rechts, eine Rampe hoch - und wir sind unterhalb der großen Brücke auf einem Radweg.
Und wieder an der Donau!
Meine Begleiterin für die nächsten 14 Tage, hallo!
Bratislava ist eine sehr kompakte, überschaubare Landeshauptstadt, sehr sympathisch, sehr österreich/ungarisch. Ein wenig in seiner k.u.k Protzarchitektur erstarrt. U N D ein richtig fetter Tourismushotspot. Die TUI Donau-Flussfahrt-(Dampf)Kreuzschiff- Führungen, sind allgegenwärtig. Andere Reiseanbieter haben Stadterkundungs-Quizfragebögen ausgegeben und an jeder zweien Ecke werden MCDLXIII Jahresangaben mühsam entziffert - oder auch nicht.
Es pfeift heute ein heftiger Wind die Donau herunter. In der Sonne ist es angenehm, aber sonst ist fast zu kalt um sich gemütlich in ein Straßencafé zu setzen.
Friederike forcht es nit, trotzdem auf den Turm des Alten Rathauses zu steigen.
um Bratislava von oben zu bestaunen.
Wie z.B. den Kanalarbeiter. Andere habe ich bisher nicht gefunden. Was ich aber vor 10 Jahren definitiv verpasst habe, ist das "das größte Studentenlokal" der Slowakei, das "Flagship" in der Übersetzung. Die Empfehlung kam von dem sehr hilfsbereiten Herren an der Rezeption unseres Hotels. Ein













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