8. Tag in Maribor

 8.Tag in Maribor


So schön ist Maribor, vor allem in der Abendsonne! Aber wir haben auch tagsüber einiges gesehen und natürlich auch unsere müden Beine ausruhen lassen. 



Die Stadt ist nicht sehr groß, die Sehenswürdigkeiten überschaubar und die Fassaden teilweise sehr liebevoll gestaltet, aber es gibt auch sehr viele düstere Hinterhöfe und insgesamt Renovierungsbedarf. 
Maribor hat eine bewegte Geschichte des Widerstands gegen verschiedene Besatzungen und vor allem gegen die Nazis . Dieses Denkmal ist den Menschen gewidmet, die im Widerstand verfolgt und getötet wurden:


Interessant gestaltet mit den historischen Portraitfotos.
Das Monument ist auch ein Brunnen, der im Moment noch kein Wasser hat und eine gute Rutsche für kleine Kinder. (konnten wir natürlich nicht fotografieren).

Eine kleine Story noch von gestern, auch da gibts leider keine Fotos: Kurz vor Maribor fuhren wir in ein kleines Wäldchen, vor uns ein höllischer Lärm, Motorsäge? Rasenmäher? Laubbläser?
Nein, es war eine Familie bei Sonntagsausflug. Papa auf einem fetten Motorrad- leise brumend-vor sich eingeklemmt ein kleines Kind mit Sturzhelm. Daneben ein ca 8 jähriges Mädchen mit Sturzhelm auf einem kleinen Knattermoped- Höllenlärm, Höllengestank- wackelig und immer mit Gas auf-Gas runter. Davor ein älterer Bruder- wahrscheinlich der Besitzer des Mopeds- aber auf dem Fahrrad (blöd diese kleine Schwester!) und zwischen all denen die Mutter auch auf dem Fahrrad mit Handy, die diesen Familienausflug auf Insta oder facebook postet.
Und wir fuhren eine ganze zeitlang hinter dem Trupp her, kein Überholen möglich, ein schrecklicher Gestank!

Wir aber haben heute noch eine Weinkelleranlage besichtigt, die einen Kilometer Kelleranlagen unter dem Zentrum von Maribor hat. Sehr alte Holzfässer, aber produziert wird inzwischen in einer neuen Anlage, die Keller werden für Konzerte und andere Events genutzt, zum Beispiel Hochzeiten.





Mafalda hat das sehr interessant und witzig gemacht, aber nach einer Stunde waren die Füße wie Eisklötze. 
Zum Glück gab`s danach eine Weinprobe,- Slowenien ist bekannt für seinen Sauvignon! Sehr lecker!, auch der Rosé sehr fein.... und Mafalda hat gut eingeschenkt.


Und zum Glück war das Hotel ganz in der Nähe....Siesta.

Und jetzt wieder ich:

Maribor, Marbach an der Drau, ist wirklich ein netter Ort. Erstaunlich, auf den ersten Blick, die riesigen Unterschiede im Erscheinungsbildes des Ortes. Die zentralen Orte, der Rathausplatz, die Promenade an der Drau, und am Stadtschloss sind schön restauriert, dazwischen jedoch ziemlich viel heruntergekommene Häuser. Da fehlt noch viel.








Die touristischen Highlights sind überschaubar. Im Touri-Sprech der Superlative ist der "älteste Weinstock" der Welt wohl das Highlight.



Über 400 Jahre alt und anscheinend von den vergangenen Päpsten über Bill Clinton bis zu Arnold Schwarzenegger hat Alles was Rang und Namen hat ein kleines Fläschchen  vom ältesten Weinstock der Welt bekommen.
Aber ein richtiger Hingucker ist der Weinstock nicht.
Von allen Museen der Stadt war heute am Montag, nur das stadtgeschichtliche geöffnet.Da sind wir natürlich hin. Nach der Weinprobe und der Siesta.
Spannend wie Geschichte von jeder Generation mit anderen Schwerpunkten dargestellt wird. Den größten Raum im Museum nimmt der Widerstand gegen die Nationalsozialistische Besetzung ein. Verständlich, denn schließlich wurden in der Zeit viele Menschen umgebracht. Nur - es waren halt nicht allein die vom fernen Deutschland angereisten bösen SS Leute. In dieser Gegend waren zu Kriegsbeginn über 80% deutschsprachig. Wie ich das von meiner Familie aus den Sudeten kenne, waren nicht wenige sehr kooperativ.   
Die Hinrichtungen der Nazis sind sehr ausführlich dokumentiert. Auch die Bombardierungen durch die Alliierten, die in Maribor große Schäden hinterlassen haben.Von den Massenhinrichtungen unter Tito, die die "Verbrechen" sühnen sollten, wird nicht gesprochen. Inzwischen gehen Historiker davon aus, dass in diesem Zuge noch einmal über 100.000 Menschen umgebracht wurden, das können nicht alles Naziverbrecher gewesen sein. Ob das alles stimmt kann ich nicht wirklich einschätzen.  Ich möchte auch  keine Opferzahlen gegeneinander aufgerechnet werden. Aber Clio war schon immer auf einem Auge blind. Und die Zeit im Sozialismus wird ebenfalls ausgeblendet. Ich habe mit dem netten Historiker an der Kasse ein wenig geplaudert. Er meint, nicht Wenige, der älteren Generation, schauen schon noch mit einer gewissen Nostalgie in die gute alte Tito-Zeit zurück. Für die Jüngeren ist dies alles weit weg.
Das Stadtmuseum in Maribor ist ein gutes Beispiel dafür, wie das "kollektive Gedächtnis" funktioniert. Einmal mehr entdecken wir auf dieser Reise, wie wenig wir über die Geschichte dieser Region wissen.

Aber nun noch ein erfreulicheres Thema. Das ESSEN auf dieser Reise. Da kommen"bimsche (böhmische)Kindheitserinnerungen" auf. Nach den Knödeln Kärntens kommen hier mehr die "Balkanakzente" zum Tragen. Gestern lecker Bohneneintopf , Paprika, Krautsalat und Kartoffelbrei, heute "Fleischpflanzerln", "Pide" aus Sarajewo und Baklava, - und natürlich Slivovic. Der/die "alten Vielvölkerstaaten" lassen grüßen. Wir sind begeistert. Und nach der Bergtour gestern mussten wir natürlich wieder Kalorien tanken. Morgen soll es ja auch wieder etwas länger werden.

So jetzt aber genug. Schließlich ist heute "Tatort-Zeit"

Ich versuche es noch einmal:

Auf unseren Reisen sind wir schon vielen "Marien" begegnet. "Maria de las Nieves" der Schneemarie, einer der Guten Lüfte "Maria de los Buenos Aires", der "Virgen de las Rocas", der Fels Marie, der "Santa Maria del Mar", der Meermarie, der "Virigin de las Lajas" der Schieferplattenjungfrau, der "Maria im Wald", der  "Maria im Tann", hier in Kärnten haben wir auch eine "Maria Elend" getroffen. Doch einer Marie bin ich vor unserer gestrigen Tour noch nie begegnet. Vielleicht könnt Ihr uns aufklären, was es mit dieser Marie auf sich hat und wie sie heißt.  Ich haben einen Verdacht. Mal sehen, ob dies unsere Recherchenfüchse das ähnlich sehen. 



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