5.Tag: Von Villach nach Seidendorf

 die Karte 


In der Nacht ist ein gewaltiges Gewitter herunter gekommen. Schon gestern war die Drau an vielen Stellen absolute Oberkante. Das lässt Schlimmes für unsere heutige Tour ahnen. Und richtig, schon in Villach ist der Drauradweg gesperrt


Die erste Sperrung haben wir akzeptiert, natürlich kann das ganz schön gefährlich werden. Nach einer kleinen  Umleitung, ist die nächste Auffahrt auf den Drauradweg auch zu. Doch da sehen wir, einen Radfahrer, der uns entgegenkommt. "Kein Problem, noch ist der Weg nicht überflutet, das sind nur Sicherheitsmaßnahmen." Dann mal zu, die Schranke lässt sich umfahren. Der Radweg ist noch nicht überflutet. Aber im Industriegebiet von Villach ist dann doch Schluss. Diese Umleitung, wegen Bauarbeiten, lässt sich nicht ignorieren. 



Alles kein Problem, ein wenig Cross Country hält uns doch nicht auf. 
Das Wetter ist noch nicht so richtig stabil. Immer wieder nieselt es, mal machen wir Vesperpause, mal stellen wir uns an Häusern oder Scheunen unter. 



Aber langsam klart es auf. Und Kärnten, die Karawanken, die Dörfer zeigen sich von ihrer schönsten Seite.
K


Gleich hinter Bergl - mache ich den entscheidenden "Fehler" des Tages. Normalerweise vertraue ich meiner App- und meiner Stimme am Ohr. Kommot will über Velden, dann am Westufer des Wörthersees entlang nach Klagenfurt und dann wieder runter zur Drau. Die Schilder des R1 Drauradweges wollen, dass wir rechts des Flusses bleiben, über Rosegg, St. Jakob etc. Eine Dame, die Ihren Hund ausführt, kennt sich gut aus. Beides könne man machen, wenn man aber zum Klopeiner See will, würde der R1 schon Sinn machen. Denn Nachsatz "da habt´s aber no was vor", den habe ich nicht mehr abgespeichert. Kurzum, wir, d.h. ich, entscheiden uns für die R1 Variante und machen aus einer 64 km Tagesetappe eine 81 km Tour. Das allein wäre noch nicht so schlimm. Aber diese Strecke geht "sackrisch" rauf und runter, und zwar so was von fies, dass wir einmal fast Schwierigkeiten bekommen haben unsere Räder zu schieben! 
Doch zum Glück war uns das Wetter am Nachmittag hold. Zum ersten Mal konnte ich die blöden Beinlinge und die Softshell ausziehen - und der Wind war uns gewogen. Ab Feistritz ging es immer der Drau entlang und mit ordentlich Rückenwind. 
Doch davon soll Friederike erzählen.

frie

Lange Zeit fuhren wir wunderbar an der Drau entlang, aber dann gab es doch wieder Hindernisse.
Zuerst eine kleine Umleitung wegen drohendem "Wasserschwall"!



Dann ein erhebliches Hinderniss, ein Zufluß zur Drau hatte auch Hochwasser und der Übergang war überschwemmt, kein Durchkommen.

Eine junge Frau, die in einem Häuschen in der Nähe wohnt, oder Urlaub macht, oder putzt...? hat keine Ahnung, also fahren wir zurück Richtung Dorf. Wir stellen uns auf einen Riesenumweg ein. Da hält uns eine sehr alte, fast zahnlose Frau, die an zwei Krücken geht, an und erklärt uns den "Schleich"weg ins Dorf und zur Autobrücke und wie wir wieder zum Radweg kommen. Nein, der Radweg danach ist gut, sagt sie noch. Und sie hat Recht, ein kleiner Schlenker durch ein paar Hinterhöfe, über die Brücke und zurück auf unseren Weg.  Vielen lieben Dank gute Frau, das war so nett! Und  was lernen wir daraus? Unterschätze nie eine alte Frau!!!

Die 80 km ziehen sich, aber es ist wunderschön:


Blick in Fahrtrichtung

und Blick zurück

Und dann kommt die große Belohnung, unsere Unterkunft in Seidendorf die "Fishery", schöne Zimmer, super Essen , viel Platz für junge Familien und Angler


und das Beste: der Schwimmteich direkt an der Drau. Das Wasser ist kalt, aber es ist traumhaft



Ein schöner und anstrengender Radltag geht wunderschön zuende:




So jetz noch einmal ich:

Das Rätsel gestern war wohl etwas zu leicht.  Herr S. aus E.ist inzwischen der unangefochtene Spitzenreiter um den Mozartkugeln-Cup. Aber auch Ch.H. aus H. hat  schon am  Morgen vor dem Frühstück die "Gailtalerin" als richtige Antwort durchgegeben. Und natürlich sind wir das Gailtal von Villach aus schon einmal hochgefahren auf dem Weg nach Venedig.
Mal sehen, machen wir es etwas schwerer:
Heute sind wir um Bergl herum durch wunderschöne Dörfer gefahren. Sehr alte Häuser, mit Balkonen und Blumenkästen. An einem fiel mir eine lange Leiter auf, die an der Wand lehnte.
Wie aus heiterem Himmel, war das alte bayrische, sehr lustige Lied wieder da, in dem ein gewisser Benedikt Hinterdupfer, nachts um 22:30 einem alten bayrischen Brauch nachgeht. 
Nun meine heutige Frage: "Wie sah der Mond aus, der das nicht ganz jugendfreie Tun des Herrn Hinterdupfer beobachtet.
Da bin ich jetzt wirklich gespannt, ob die Nuss so schnell geknackt wird.









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