15. Tag: Von Bükfürdö nach Podersdorf
Noch einmal ein original ungarisches Frühstück! Erst ein kleiner türkischer Kaffee, dann ungefragt zwei Spiegeleier, pro Person, dann trinkt man üblicherweise Tee, was uns schwer fällt, also bitten wir um einen weiteren Kaffee, was nicht in die Abläufe passt. Ferner gibt es frische hellgrüne Paprika, an sich lecker, - vorzugsweise nach 11:00 und relativ scharfe ungarische Salami, auch lecker - am besten nach 16:00 Uhr.
Aber wo wir in Ungarn auch waren. Super nette Leute, sehr freundlich, sehr hilfsbereit.
Wie gesagt, heute ist unser letzter Tag in Ungarn. Noch einmal düsen wir durch die Pannonische Ebene in Richtung des "Steppensees", Neusiedler See!
Noch einmal die bange Frage, wie befahren sind die Straßen auf unserer heutigen Strecke?
Zum Glück hat Komoot heute einen sehr guten Tag. Alles kleine Nebensträßchen, kleine Dörfer, alle wie ausgestorben.
Eine Gegend, in der sich Fuchs und Hase, Guten Morgen sagen, haben wir heute Morgen beide gesehen.
Friederike hat es auch schon einmal geschrieben. Leere, heruntergekommene Grenzstationen - welch schöner Anblick! Der uns hoffentlich erhalten bleibt.
Hinter der Grenze beginnt der Rundkurs Neusiedler See. Sehr gepflegt, sehr gut ausgeschildert.
Was wir auf unserem weiteren Weg, zwischen "Langer Lacke" , "Zicklacke", "Fuchslochlacke", dem " Unteren und dem Oberen Stinkersee", der "Ochsenbrunnlacke" über die "Birnbaumlacke" bis nach Podersdorf erlebt haben, davon soll Friederike erzählen.
(frie) die Tour heute klang vielversprechend: flaches Radlprofil, gutes Wetter und am Ende ein schöner See zum baden. Also nix wie los am morgen und die Strecke fährt sich wirklich gut. Wir sind mal wieder die einzigen Radler. Bis auf Bükföröd und die ganzen Hotels drum herum, wo es nur so von Radelgruppen wimmelt, sind wir wie immer allein auf weiter Flur.
Ein Großteil des Neusiedler Sees ist umgeben von einem Natur- und Vogelschutzgebiet "Naturpark Seewinkel" und wir begegnen einigen Schulklassen und auch Menschen in Tarnausrüstung und mit großen Teleobjektiven. Hier der Blick von einem der Beobachtungstürmen:
Was auffällt ist, dass es auch hier kaum Insekten gibt. Bei einer solchen Sumpflandschaft müssten wir doch eigentlich umzingelt werden von Schnaken, Mücken, Bremsen und anderem Krabbelzeug. Unsere Radhemden und die Brillen müsseten doch voller Mückenflechen sein? Wir sehen kaum Schmetterlinge, keine Bienen, Wespen, Hummeln. Letztes Jahr auf der Radtour in Dänemark ist uns das zum ersten mal so richtig aufgefallen, und jetzt hier in Ungarn auch.... haben wir Europäer den Insekten endgültig den garaus gemacht? Wir hören Frösche in Überschwemmungsteichen, wir sehen Störche, viele Schwalben, wir hören es zwitschern und pfeifen...aber was fressen denn diese ganzen Tiere?
Und dann sind wir endlich am See, und unser Hotel liegt direkt am Wasser, juhu.... aber jetzt verstehe ich was ein Steppensee ist, haha. Der ist so flach, dass auch bei eifrigem Hinein- und Weiterstapfen das Wasser nicht übers Knie kommt. Dazu noch matschig im Untergrund und trüb-braun. Ich versuche zu schwimmen, aber irgendwas stößt immer am Boden an. Ein Stand-up Paddler "überholt" mich, wir kommen ins plaudern. er erzählt mir, dass der ganze See im Schnitt nur 1,6 m tief ist und der tiefste Punkt ist bei 2,1 m. "Aber das wissen nur die Einheimischen, wo das ist". Und er verabschiedet sich mit " und wenn'S in Seenot kommen, dann rufen'S mich!"
Und so romantisch kann ein Steppensee am Abend sein:









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